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Adressat unbekannt

  • Autorenbild: Guenter G. Rodewald
    Guenter G. Rodewald
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 23 Stunden


1. Februar 2026 · Gerne möchte ich eine Premiere am 13. Februar 2026 des Statt-Theaters-Vegesack ankündigen: die szenische Lesung aus einem Weltbestseller mit dem Titel »Adressat unbekannt«, der erstmals 1938 in der US-amerikanischen Zeitschrift Story erschienen war, verfasst von der Autorin Katherine Kressmann Taylor. Der Verleger des Magazins Whit Burnett und der Ehemann der Autorin Elliott K.T. hatten damals allerdings vorgezogen, den Briefroman unter dem Pseudonym Kressmann Taylor zu publizieren, also eines Mannes, da sie den Inhalt „für zu heftig empfanden, um das Buch unter dem Namen einer Frau erscheinen zu lassen“. Die Publikation erregte allerhöchste Beachtung, wurde sofort vom Reader’s Digest nachgedruckt und verkaufte deren 50.000 Exemplare dieser Ausgabe in einem Schluck.

 

Ein Jahr später brachte der Verlag Simon & Schuster, New York die Buchversion heraus, nun aber schon unter dem authentischen Namen der Autorin.

 

A Modern Story...

 

Simon & Schuster textete damals in der Ankündigung seiner Ausgabe in The New York Times Book Review : »This modern story is perfection itself It is the most effective indictment of Nazism to appear in fiction.« (»Diese moderne Geschichte ist die Perfektion selbst. Sie ist die wirkungsvollste Anklage gegen den Nationalsozialismus, die jemals in der Literatur erschienen ist.«)


Und auf dem Cover seiner Ausgabe schrieb der Verlag nicht weniger ungeniert: »ADDRESS UNKNOWN will read in less than half an hour – but it will remembered for a lifetime.« (»ADDRESS UNKNOWN lässt sich in weniger als einer halben Stunde lesen – aber man wird sich ein Leben lang daran erinnern.«)

 

Insgesamt wurde das Werk in mehr als 20 Sprachen veröffentlicht. In Deutschland war es wegen seines unmissverständlich gegen das NS-Regime gerichteten Inhalts natürlich verboten, erschien aber auf Deutsch in den 40er Jahren in einem Exilverlag in den Niederlanden. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht, kam es dort jedoch sofort auf den Index. Eine andere deutschsprachige Edition erschien in einem weiteren Exilverlag in Moskau. In Deutschland selbst kam es aber erst sehr spät auf den Markt, im Jahre 2000 bei Hoffmann & Campe.


1944 entstand auch ein Kinofilm, der auf dem Roman basierte, mit Paul Lucas und Peter van Eyck in zwei der Hauptrollen, Regie führte William Cameron Menzies. Man kann ihn im Internet via YouTube sehen (siehe unten in den Weblinks).

 

Lesung zu zweit

 

Das Statt-Theater-Vegesack hatte bereits im vergangenen Jahr mit dem Zwei-Personen-Drama »Purgatorio« von Ariel Dorfman einen großen Erfolg. Die neue Produktion wird aber »nur« gelesen, erfährt also keine dramatische Bühnendarstellung erfahren. Lesen werden zwei der starken Stimmen des Bremer Amateurtheaters: einmal Anni Bulcke, seit 1995 Mitglied der Bühne, die bereits im Februar in der weiblichen Hauptrolle von »Purgatorio« geglänzt hatte, und Martin Mader, seit 2008 zum Ensemble gehörend, mit seinem unvergesslichen und oft wiederholten Auftritt - auch an anderen Orten außerhalb der Vegesacker Stammbühne - des Monologs »Der Kontrabass« von Patrick Süskind.


Anni Bulcke & Martin Mader
Anni Bulcke & Martin Mader

Jetzt werden die beiden bewährten Sprecher uns in den Rollen der beiden sich gegenseitig in einem fiktiven Briefwechsel schreibenden Protagonisten des Briefromans wiederbegegnen dessen deren spannende, bedrückende und fesselnde Geschichte vortragen. Die einer tiefen, fast brüderlichen Freundschaft zwischen zwei Geschäftspartnern – dem deutschen Nicht-Juden Martin Schulse und dem amerikanischen Juden Max Eisenstein – die in den Jahren 1932-34, also im aufkommenden und ab dem Winter 1933 sofort heftig wütenden Nationalsozialismus in Deutschland, Stück für Stück zerstört wird.


Während Max in den USA bleibt, kehrt Martin 1932 nach München zurück. Zunächst noch herzlich in seinen Briefen, wandelt sich Martins Haltung unter dem Einfluss der NS-Ideologie rasch. Er wird zum glühenden Anhänger Hitlers, distanziert sich von Max und fordert ihn schließlich auf, den Kontakt einzustellen, da er fürchtet, dass an ihn gerichtete Briefe eines Juden seine Stellung gefährden und in Gefahr bringen könnte.


Als Max’ Schwester Griselle, eine Schauspielerin in Berlin, von den Nationalsozialisten verfolgt wird und Martin ihr die Hilfe verweigert, was zu ihrem Tod führt, nimmt die Handlung eine furchtbare Wendung.


Premiere am 13. Mai


Man darf sehr gespannt sein auf den Premierenabend am Freitag, den 13. Februar 2026 um 19:30 auf der Studiobühne des Bürgerhauses Vegesack. Karten können bereits bestellt werden. Weitere Vorstellungen gibt es im Februar und einige noch im März. Siehe auf der Homepage des Statt-Theaters-Vegesack (unten in den Weblinks).


»Ich habe nie auf weniger Seiten ein größeres Drama gelesen. Meisterhaft!« urteilt Elke Heidenreich über das Buch.

Weblinks:

  • Homepage / Karten Statt-Theater-Vegesack: Link

  • Film auf YouTube: Link

  • Anni Bulcke & Martin Mader: Link

  • Das Buch bestellen: Link

Reaktionen:

  • »Bin sehr gespannt auf die Lesung, gerade auch wegen der beiden Darsteller, Anni Blucke und Martin Mader. (Ticket habe ich schon!). Gerne würde ich auch noch mal Maders gelungener Performance des 'Kontrabass' neu erleben.« · H.W., Bremen

Wenn Du willst, kannst Du mir gerne Deinen Kommentar schicken, und zwar an diese Mail-Adresse: blog.guenny@mercadodelibros.info

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