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Is' denn schon wieder Weihnachten?

Autorenbild: Guenter G. Rodewald
Guenter G. Rodewald
29. Sept.
3 Min. Lesezeit

29. September 2026 · Anfang des Monats schlugen in den Supermärkten schon wieder die immer früher in die Grabbelkisten geworfenen adventlichen und weihnachtlichen Süßigkeiten auf, von Marzipanbroten bis Nürnberger Lebkuchen. Und dieser Tage begann man im von mir normalerweise frequentierten Edeka-Markt die ersten Stapel der mit Schokoladen oder überflüssigem Tand befüllten Adventskalender hochzustapeln. Von niedrigpreisigen bis schamlos teuren Editionen. Alles das, nachdem in Baden-Württemberg und Bayern gerade mal vor ein paar Tagen die Sommerferien zu Ende gegangen waren.


Aber spätestens zum gleichen Zeitpunkt wirft natürlich auch die Kinderbuch-Verlags-Maschinerie ihre Motoren für die Advents- und Weihnachtszeit an und kommt mit den ewigen, sich oft in Jahrzehnten bis Jahrhunderten bewährten Titeln auf den Markt. Aber immer wieder tauchen auch neue Publikationen auf, bei denen man zu Recht vermuten kann und für sie hofft, dass sie auch ein Longsellerleben führen werden könnten.


Den Weihnachtsmann? Gibt es ihn oder etwa nicht?


Diese Frage stellt der gerade im Mairisch-Verlag publizierte Titel »BOSCO RÜBE und die Beweisung vom Weihnachtsmann · Eine Avenzkalendergeschichte in 24 + 1 Kapiteln«. Avenzkalender? Nein, es handelt sich nicht um einen Tippfehler! Sondern genau so lautet der Untertitel der Veröffentlichung. Geschrieben hat ihn das Autoren--Duo Dina Zipfel und Finn-Ole Heinrich, die vielen Zeichnungen stammen von Tine Schulz. Es ist damit der vierte Band der seit 2021 erscheinenden Reihe um seinen Protagonisten Bosco, einem vier-, bald aber schon fünfjährigen Wirbelwind, seinen zwei älteren Schwestern Rosa und Alva und seinen Eltern Mama Basia und Papa Hacki. Ach ja, ein Esel gehört auch noch dazu, sein Name: Olga.


Bosco & sein Ökkel (Mitte)
Bosco & sein Ökkel (Mitte)

Ein typischer Streit zwischen Geschwistern entbrennt: Boscos Schwester Rosa behauptet vorwitzig: Den Weihnachtsmann gibt es gar nicht! Davon will Bosco aber auf keinen Fall etwas wissen. Von wegen! Gemeinsam mit seinem besten Freund Ökkel – das ist sein Kuscheltier - nimmt der kleine, energiegeladene Detektiv seine eigenen Nachforschungen auf. Da begegnet ihm auf der Straße ein mürrischer Flaschensammler, an dessen Schuh er dubiose Glimmer entdeckt. Bosco kombiniert: es gibt ihn wohl doch, den Weihnachtsmann! Die Spurensuche nimmt nun ihren Lauf in 24 plus 1 Geschichten, vom ersten Dezember an bis hin bis zum vierundzwanzigsten des Monats, also bis zum Heiligabend.



Nicht nur zum Vorlesen


Der Verlag klassifiziert den Band als 'Vorlesebuch' ab 5 Jahren, das geht auf, denn der Text ist genau auf die altersgerechte Sprache für Kindergarten- und Vorschulkinder abgestimmt. Auf den ersten Blick entsprechen wie Tippfehler erscheinende oder sogar orthografisch falsch geschriebene Worte, wie eben der schon erwähnte 'Avenzkalender', die im Titel zu findende 'Beweisung' oder verbogen erscheinende Partizipien wie 'geabenteuert' oder 'oberstrengkomplettverboten', der Sprache der Kinder dieses Alters; so ein wenig nach dem Motto 'Schreib wie du sprichst'. Das schafft ungekünstelte Authentizität.


Und spannend ist und wird die ganze Geschichte von dem ersten Adventskalendertürchen zum nächsten und weiter bis zur 24sten. denn die ganze nach der Wahrheit der Existenz des Weihnachtsmannes suchende story steigert sich Tag für Tag, bis eben zum klassischen Ende eines solchen Kalendariums hin zur definitiven Gewissheit der Realität. Ein echter Krimi eben.


Ach, und überhaupt schließt man diese Familie Rübe schon ganz bald, nachdem man das Buch anfängt zu lesen und ganz sicher auch die, denen es vorgelesen wird, ins Herz. Alles spielt sich so wunderbar verschieden von dem Alltag in den eigenen Familien ab, wie man es beispielsweise in der im besten Sinne chaotischen, legendären Pippi-Langstrumpf-Welt lieben gelernt hat.


So beginnt die allerletzte der 24 + 1 Geschichten in »BOSCO RÜBE und die Beweisung vom Weihnachtsmann«
So beginnt die allerletzte der 24 + 1 Geschichten in »BOSCO RÜBE und die Beweisung vom Weihnachtsmann«

Die in weihnachtsmännlichen Farben – also in schwarz, weiß, grau und rot - gehaltenen reichlichen Illustrationen und Vignetten von Tine Schulz in comic-nahem Stil auf jeder der 160  Seiten des Buches begleiten das (Vor-)lesen von den 24 plus 1 Geschichten, und lassen die Spannung von (Vor-)lesetag zu (Vor)lesetag auf die Bescherung am 24sten steigern.


Es ist sein Geld wert!


Nicht ganz niedrig im Preis, bleibt es aber eines der Bücher, die man sehr gerne Jahr für Jahr aus der Weihnachtskiste wieder herausholt und sich alle Jahre wieder an den phantasievollen Geschichten des Weihnachtskrimis von Finn-Ole Heinrich und Dita Zipfel, mit den Illustrationen von Tine Schulz erfreuen wird. Aber was sind heute schon vierundzwanzigachtzig Euro, die das Buch kostet? In den Supermärkten werden sie in den allernächsten Tagen schon wieder auftauchen, in den mittlerweile sich eingeschlichen habenden bisweilen horrenden Preisen für die von der Süßwarenindustrie vollgepfropften 24-Tage-Bombonieren. Und die sind am 24sten leer gefuttert, im Gegensatz vom »BOSCO RÜBE und die Beweisung vom Weihnachtsmann«, das hat eine weitaus längere Haltbarkeitsdauer und wird auch in den 11 Monaten bis zum nächsten Fest wieder in die Weihnachtskiste gepackt nicht schlecht.

Nachtrag: Eine ganz andere Beweisung der Existenz des Weihnachtsmanns hat der Rezensent selbst einmal vollziehen dürfen, übrigens mit positivem Ausgang für denselben; darüber gibt es diese Erinnerung: Und es gibt ihn doch!

Weblinks:

  • Bosco Rübe: Link

  • Dina Zipfel| Homepage: Link

  • Finn-Ole Heinrich | Homepage: Link

  • Tine Schulz | Homepage: Link

Wenn Du willst, kannst Du mir gerne Deinen Kommentar schicken, und zwar an diese Mail-Adresse: guenter.rodewald[at]mercadodelibros.info 

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