Bremensien · Es gibt sie noch!
- Guenter G. Rodewald

- vor 1 Stunde
- 10 Min. Lesezeit
oder: Der Untergang Bremer Innenstadtbuchhandungen

Juni 2026 · Seinerzeit hatte ich mal nachgesehen, wie viele inhabergeführte Buchhandlungen es vor 50 Jahren noch in Bremens innerster Innenstadt gegeben hat, nachdem die vorletzte Schließung dieser Spezies gemeldet wurde, die der Buchhandlung Storm in der Langenstraße 2024, die noch zwei Jahre vorher ihre Gründung 1897 gefeiert hatte. Ein Jahr vorher hatte Bettina Wassmann ihren legendären Buchladen Am Wall 164 aus Altersgründen geschlossen, ohne dass es eine/n Nachfolger/in dafür gegeben hätte. Den oder die hätte man wohl auch niemals finden können, denn diese Buchhandlung (Gründung 1969) war viel zu dicht als das Lebenswerk mit der Person und Persönlichkeit von Bettina Wassmann verbunden, als dass man sich jemanden anderen dort als Nachfolger/in in ihrem Kabinett hätte vorstellen können.

Zeitgleich schloss auch die Buchhandlung Franz Leuwer, ebenfalls mit Sitz Am Wall, nur ein paar Häuser weiter, auch eine Bremer Institution, diese 1903 gegründet, damals noch in der Obernstraße ansässig. Deren letzte Inhaberin hatte sich nicht aktiv um Nachfolge kümmern wollen oder können, so zog danach in das Ladenlokal für eine Zeit eine Anwerbeagentur für den wohl allergefährlichsten Gegner des unabhängigen Buchhandels ein, der größte Online-Versandhändler der Welt Amazon. Eine viel größere historistische Ironie ist kaum vorstellbar.
Gut, danach gab es bis vor kurzem in Bremens Zentrum noch die Buchhandlung Schweitzer Fachinformationen Bremen Kamloth und Geist, die zwar auch zu einer großen Buchhandlungskette gehörte, aber andererseits - geführt von Volker Stuhldreher, einem »durch und durch« Buchhändler - ein anspruchsvolles literarisches Sortiment garantierte, daneben auch Bremens Station und Dependance der Büchergilde Gutenberg war. Jedoch auch diesem Player wurde dann von der Hauptverwaltung in München des Konzerns der Stecker im Februar dieses Jahres gezogen.

Hoffnung kommt aus Hamburg
Die Recherche im Bremer Adressbuch 1977 ermittelte: es gab damals noch 15 (!) inhabergeführte Buchhandlungen in Bremens inner circle (siehe Bild oben). Heute: also null. Dass es demnächst jedoch wieder einen Grund zum (warum denn nicht?) Feiern geben könnte, rückte eine solche Hoffnung auf der Mitgliederversammlung des neu formierten Literaturhaus Bremen* im Wall-Saal der Bremer Stadtbibliothek in die Nähe einer Realität. Der Vorstand berichtete von den Vorbereitungen und den Planungen der Räume, die das Literaturhaus im Kontorhaus in der Langenstraße beziehen wird, ohne dass ein genauer Zeitpunkt feststeht. Mit großem Optimismus irgendwann im Laufe des kommenden Jahres.
Im Untergeschoss des Komplexes wird das Stadt-Musikanten-Haus entstehen, womit die animalischen Botschafter Bremens, deren Geschichte wir den Brüdern Grimm verdanken, endlich eine Heimstatt finden werden. Dazu geht es kaum zentraler in einer Stadt wie Bremen, nämlich prominent an der Ecke zum Marktplatz, keine 100 Schritte zum Rathaus, dem Sitz des Bürgermeisters, der Promotor dieses Projekts.
Hanseatisches Joint-Venture?
Das Literaturhaus wird dort über einen großen festen Veranstaltungsraum verfügen und neben den Geschäftsräumen des Literaturhauses werden auch weitere Räume für Workshops und kleinere Veranstaltungen Platz finden. Und! Eine Buchhandlung wird einziehen, noch konnte/durfte der Vorstand keine weiteren Details, womöglich Namen nennen. Das kann jeder nachvollziehen. Aber in der literarischen Unterwelt Bremens kursieren schon so einige Gerüchte. Weil wohl keine Bremer Buchhandlung den Mut hatte, hier an der Seite des Rolands, ein zweites Standbein zu riskieren, hat man wohl über eine joint-venture-Idee nachgedacht. In Richtung einer 121 Kilometer von Stadtmitte zu Stadtmitte entfernten Hansestadt soll man tatsächlich Interessenten gefunden haben.

Die Gerüchte reden von einer dortigen 103 Jahre alten, seinerzeit von einem jungen Buchhändler von 24 Jahren gegründeten Institution, zu deren Portfolio sogar bereits eine Filiale auf einer Nordseeinsel gehören soll (auf Helgoland weiß man davon nichts). Mal abwarten, wann es dazu Konkretes in der Presse und dann auch in diesem Blog zu lesen geben wird.
Eine bessere Nachbarschaft würden sich das Literaturhaus Bremen und Bremen als UNESCO City of Literature eine solche literarische Buchhandlung im Nukleus Bremens doch wohl kaum besser erträumen können.
Und was ist nun los mit Bremensien?
Die oben erwähnten und dokumentierten Buchhandlungen der sechziger und siebziger Jahren pflegten noch sehr verschiedene Sortimente von denen, die man heute in Buchhandlungen und Buchläden vorfindet. Damals galt die Bezeichnung »Buchladen« für eben eine Buchhandlung als Fauxpax, Missachtung, nahezu Blasphemie. Darum nannten sich in dieser Zeit Neugründungen von Buchhandlungen, die Neues, Alternatives, Oppositionelles bis Radikales in ihren Regalen anbieten wollten, eben ganz bewusst Buch-Läden. Die erste Buchhandlung, die sich in Bremen Laden nannte, war die von Bettina Wassmann, wie schon erwähnt 1969 gegründet, die etablierten bis konservativen Buchhändler Bremens schäumten geradezu.
Ich weiß das noch sehr genau, denn mein Vater war einer dieser Buchhändler, obwohl er sehr wohl von der Ernsthaftigkeit und Professionalität von Bettina Wassmann wusste und sie schätzte, kein Wunder, er hatte sie in den Jahren 1958–1961 selbst in seiner Buchhandlung in der Pelzerstraße 4 ausgebildet. Sie sprach im übrigen auch immer gut und mit großem Respekt über ihren Lehrherrn, wenn wir uns sahen.
Damals lebten Buchhandlungen zu einem wichtigen Teil von den sogenannten »Bremensien« [1]. So war es gang und gäbe, dass beispielsweise größere Firmen ihren »guten« Kunden oder auch Mitarbeitern beispielsweise zu Weihnachten ausgesuchte bis wertvolle Buchgeschenke machten, statt »Fresskörbe« oder Tickets für die VIP-Lounges des SVW Werder wie heute (die gab es damals aber noch nicht...).
Ich kann mich sehr gut erinnern, dass mein Vater einige zahlungskräftige Kunden hatte, die in den Wochen vor dem Fest nach Ladenschluss mit einer Liste der Personen, die beschenkt werden sollten, in seine Buchhandlung kamen und dann gemeinsam mit ihm die Palette der Präsente aussuchten. Ich durfte einmal dabei sein, als der Gründer und langjährige Chef des Weser-Kurier, Hans Hackmack (*1900 in Hamburg - † 1970 in Bremen) seine Aufwartung machte. Die beiden schätzten sich gegenseitig sehr. Keine Selbstverständlichkeit, denn Hackmack wurde 1935 wegen seiner illegalen politischen Arbeit zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt und musste im KZ Börgermoor im Emsland und im KZ Oranienburg sowie im Zweiten Weltkrieg für die Organisation Todt Schwerstarbeit verrichten. Mein Vater hingegen befand sich politisch auf der vollkommen entgegengesetzten Seite...
1945 war Hackmack in Bremen in der Kampfgemeinschaft gegen den Faschismus tätig, schied aber einige Jahre später aus. Hackmack erhielt 1945 von der Militärregierung der Amerikanischen Besatzungszone die Lizenz zur Herausgabe einer Zeitung, die den Namen Weser-Kurier trug und am 19. September 1945 erstmals erschien.
Auch sonst gehörten generell Bücher und eben auch Bremensien als Präsente zu Festen, Feiern, Hochzeiten etc. zur bürgerlichen Geschenkkultur. So machte auch die Produktion dieser Titel einen Großteil der Bremer Verlage aus, so wie der heute noch existierende Schünemann Verlag, H.M. Hauschild, der Verlag Friedrich Röver oder der Döll Verlag. Sie alle publizierten wichtige und zahlreiche Werke, die in Bezug zur Stadt und ihrer Umgebung standen.
Das Herz springt hoch

Diese Spezies der Publikationen hat mittlerweile ihre Wichtigkeit und ihr Volumen einschneidend verringert, bis dahin, dass sie fast verloren ging. Umso mehr springt das Herz eines »traditionellen« Lesers in die Höhe, wenn ihm solch eine Publikation in die Hände fällt. Jemandem also, der mit solchen Büchern groß geworden ist und sozialisiert wurde, wie ich mich frisch, frei und gerne oute.
Und zwar war es vor ein paar Tagen, als ich den 300 Seiten starken, im Bremer Kellner Verlag im vergangenen Jahr erschienene Bildband des Bremer Fotografen Ullrich Altmann mit dem Titel »Der Schnoor · Leben, Wohnen, Arbeiten. Ein Blick auf und hinter die Fassaden eines lebendigen historischen Viertels in Bremen« bei einem guten Freund entdeckte. Ich hatte zwar im Weser-Kurier vor einiger Zeit dazu einen Artikel gelesen, den der Redakteur Marc Hagedorn auf der prominenten Seite 3 des Weser-Kurier geschrieben hatte, doch war ich darüber hinweg gekommen.
Ohne zu übertreiben, wäre diesem opulenten Bildband in den weiter oben beschriebenen Jahren ein wesentlich größerer ökonomischer Erfolg gewiss gewesen als das heute noch möglich ist. Sicher hätte damals der Senat dem Verlag einen großen Ballen, hunderte, wenn nicht noch mehr Exemplare abgenommen, um damit Werbung für die Stadt zu machen. Und all die damals tätigen Buchhändler und Buchhändlerinnen hätten ein solches Prachtwerk ganz vorne in ihre Auslagen und auf ihren Kassentresen gelegt.
Man mag diese vergangene Epochen beklagen, aber der Buchmarkt hat sich in dem immerhin halben Jahrhundert, das seit jenen Zeiten ins Land gegangen ist, massiv verändert. Werte haben sich verschoben, sind verlorengegangenen, umso großartiger der Mut und die Risikobereitschaft, der in dieser aktuellen Veröffentlichung steckt.

In der Rolle eines Mäuschens durch den Schnoor
In der Rolle eines Mäuschens fühlt man sich, wenn man dieses Werk durchblättert, denn es fängt den Leser und Betrachter nicht nur sofort die hohe farbliche, perspektivische Qualität von Altmanns Fotografien ein, sondern vor allem sind es die fast intimen, zumindest privaten Blicke in die Häuser dieser alten Bremer Gasse und der Straßen herum. Altmann muss bei den Anwohnern ein hohes Ansehen genießen, dass man ihn hat in so viele Winkel hat sehen, vor allem diese fotografieren lassen. Einblicke, die vielleicht nur ein Schornsteinfeger bisweilen zu sehen bekommt, wenn er den Zustand der Heizeinrichtungen in den alten Gemäuern inspizieren kommt.

Es fällt die hohe Druckqualität auf feinstem Papier ins Auge, im gleichen Hause des Verlages, bei DruckKellner hergestellt. Das Layout des gesamten Bandes fällt dezent, aber hochprofessionell aus, und die Wirkung der Fotografien tragen das Buch. Dahinter vermute ich die über alle Zweifel erhabende Hand eines Fritz Haase, Bremens bekanntestem Designer, der selbst seit sechs Jahrzehnten im Schnoor lebt und mit seiner Agentur arbeitet. Er schreibt auch - gleich hinter dem Grußwort des Bremer Bürgermeisters und Kultursenators Andreas Bovenschulte - eine vierseitige berufene Einführung in das emblematische Viertel. Titel: 60 Jahre Wohnen und Arbeiten im Schnoor. Und auf den Seiten 248 bis 251 stellt er die von ihm und seiner Frau Sibylle Haase-Knels (1938 - 2022) 1963 gegründete Agentur persönlich vor.
Wussten Sie?
Wussten Sie, dass nach dem Zweiten Weltkrieg das Bremer Schnoorviertel nur knapp mit dem Überleben davongekommen war? Der Tod eines Totalabrisses war ihm durch die Pläne der Baubehörden und des Senats schon angedroht gewesen. Da das historische Fischer- und Handwerkerviertel den Krieg weitgehend unbeschadet überstanden hatte, war die Substanz der engen Gassen zwar alt, galt in der Nachkriegszeit jedoch als baufälliges Elendsviertel. Im Zuge der modernen Stadtplanung gab es daher konkrete Pläne, die historischen Gassen komplett zu planieren, um Platz für breite Straßen und zeitgemäße Neubauten zu schaffen.

Dass es nicht dazu kam, ist vor allem dem unermüdlichen Einsatz des damaligen Bremer Denkmalpflegers Karl Dillschneider zu verdanken. Gemeinsam mit einer engagierten Gruppe aus Architekten, Künstlern, Denkmalschützern und Anwohnern kämpfte er vehement gegen die behördlichen Abrisspläne an. Wendepunkt dieser Rettung war der Februar 1959, als der Bremer Senat das sogenannte »Schnoor-Statut« verabschiedete. Dieses Gesetz stellte das Viertel offiziell unter Denkmalschutz, verbot den Abriss und leitete eine behutsame, staatlich geförderte Restaurierung der historischen Häuser ein. Alles andere wäre einem blasphemischen Akt gleichgekommen. Leider gibt es andere Ecken und Viertel in der Stadt, die dem Wahn nach glatten Flächen und geraden Linien vor allem der 50er Jahre zum Opfer gefallen sind und die eine Erhaltung verdient gehabt hätten. Schmerzhafte Beispiele sind das Rembertiviertel oder der - technisch gesehen - machbar gewesene Wiederaufbau der St. Ansgari Kirche in der Hutfilterstraße.
Kaum ein Mensch ist zu sehen
Ganz bewusst hat Altmann auf Menschen in seinen Bildern verzichtet, nur da, wo es nötig war, um zu zeigen, wie die engen Gassen von Touristen gleichsam überflutet werden, da tauchen sie auf (Seiten 20 und 21). Oder auch bei den Bildern des Kapitels über das Geschichtenhaus Schnoor, denn auf ihnen porträtiert er die ehrenamtlichen Darsteller der historischen Gestalten der Bremer Geschichte. Und eine ganze Galerie von Bewohnern und/oder Geschäftsleuten, Handwerkern, Gastwirten des Schnoor lichtet er auf den ersten Seiten des Bandes ab.
Aber auf und von allen weiteren Bildern geht eine wohltuende, kontemplative Ruhe aus, die sich wohl an allen sonstigen Tagen des Jahres höchstens in den ganz späten Abend- oder frühen Morgenstunden einstellt.
Blicke in meine eigene Vergangenheit
Mehrere Seiten sind der Hochschule für Musik · HfK gewidmet, deren Gebäudevorderseite zwar auf die gerade als Klimastraße fertiggestellte Dechanatstraße schaut, aber deren Rückfront auf fast ihrer ganzen Länge in der Kolpingstraße liegt, also der Grenze des Schnoorviertels. Einstmals - bis 1999 - residierte hier das im Jahre 1865 fertiggestellte Gebäudekomplex des Alten Gymnasiums, das ich das Vergnügen (?) hatte, von 1960 bis 1969 zu besuchen. In der zweiten Hälfte der 60er Jahre wurde ihm vom rechten Flügel der Appendix, in dem sich die Wohnung des Hausmeisters, das Direktorium der Schule und im 2. Stock der Musiksaal befand, amputiert, nur um ein paar wenige Meter Straßenseite zu gewinnen, auch eine der vielen Bremer Bausünden in den Jahrzehnten nach dem Ende des Weltkrieges.

Die heutigen Altmannschen Bilder der Räume der ehemaligen Schule zu sehen, rührt mich ein wenig. Beispielsweise das Bild der Turnhalle, die für mich ein buchstäblicher Horrorort bedeutet hatte (siehe hier), und die ich jetzt als schmucken, entspannten Ausstellungs- und Veranstaltungsraum wiederfinde. Eine gelungene Wiedergutmachung.
Oder die Aula, in denen wir damals in eigener Regie Molières Der Arzt wider Willen und Kotzebues Die deutschen Kleinstädter mit jeweils drei vollen Vorstellungen aufgeführt hatten. Heute ist sie der Konzertsaal der HfK. Oder die Wendeltreppe hoch in die Sternwarte, die wir für manche eher intime Oberstufentreffen genutzt hatten, zumal wir zu ihr irgendwann sogar den Schlüssel ergattert hatten, den ich übrigens immer noch habe... Das Schloss wird aber mittlerweile ausgetauscht sein.
»Der kleine Vatikan«
Obwohl ich mich neun Jahre so gut wie jeden Tag mehr oder weniger Haus an Haus neben meiner Schule zu ihr aufgehalten habe und sie generell in keiner Weise zu übersehen ist, wusste ich bislang kaum etwas über die Probstei-Kirche St. Johann. Ich habe sie - ich gestehe - auch noch nie von innen gesehen, was ich der nach der nun erfolgten altmannschen Aufklärungstat sehr bald nachholen werde. Und noch viel weniger haben wir unsere Nachbarschule, die der Gemeinde angegliederte St.-Johannis-Schule, wahrgenommen.
Sie bietet heute alle Schulstufen in ihrem Portfolio an, von der Grundschule bis hin zum 12- oder 13-jährigen Abitur. Beide Institutionen bilden gewissermaßen das katholische Zentrum Bremens im Schnoor, anders ausgedrückt verkörpern sie die Diaspora in der so eindeutig lutherischen Struktur der Hansestadt, was deren Religionen betrifft. Auf einem der diversen Fotografien zu diesem Abschnitt des Buches hat Altmann den Blick aus dem Biologiesaal der Schule eingefangen, der eine exklusive privilegierte Aussicht auf das Portal von »Die Glocke« erlaubt.
Und haben Sie schon jemals den Innenhof des ehemaligen Postamts 1 an der Domsheide mit eigenen Augen gesehen, im 1875-1879 erbauten repräsentativen Dienstgebäude der Kaiserlichen Oberpostdirektion an der Domsheide? Ich nicht. Die St. Johannis Schule - heißt es - hat Interesse angemeldet, das alte Gebäude in ihren Bestand aufnehmen.

Nichts fehlt
Altmann lässt nichts aus. So die Denkorte des Schnoors: in der Kolpingstraße, früher Gartenstraße, wurde während der Novemberpogrome 1938 die Synagoge zerstört, vor dem Landherrenamt erinnert das Mahnmal von Hans D. Voss (1926 - 1980) an die Verbrechen der Reichspogromnacht, fünf jüdische Mitbürgen wurden damals ermordet.
So besucht der Fotograf die Kultureinrichtungen, und wohl Unternehmer und Unternehmerinnen der Straße werden vorgestellt. Die modernen, den architektonischen Traditionen des Viertels lernen wir ebenso kennen und wiedererkennen.

So kann man Seite für Seite Neues sehen und erlesen; sehr Vieles war mir vollkommen neu. So bietet Altmanns Opus magnum einen Gang durch Bremens Geschichte unter historischen, kulturellen, und ganz besonders architektonischen Aspekten.
Gönnen Sie sich diesen Genuss und Sie machen sicher auch Freunden und Freundinnen eine Freude, wenn Sie sie mit diesem Prachtband beschenken!
Der Autor:


[1] Eine Bremensie (Plural: Bremensien) bezeichnet Schriften, Bilder, Gegenstände oder Spezialitäten, die einen starken, charakteristischen Bezug zur Stadt Bremen oder ihrem direkten Umland haben. Das Wort leitet sich vom lateinischen Begriff Bremensis (zu Bremen gehörig) ab.
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