• Guenter G. Rodewald

Eine Kindheit in Huckelriede - Erinnerungen an eine unbeschwerte Zeit

Aktualisiert: 16. Sept. 2019


Der Autor 1957 am Buntentorsteinweg - © Privat

Geboren 1949, bin ich am Buntentorsteinweg, an der Ecke Korn- und Boßdorfstraße, aufgewachsen. Ganz in der Nähe des Huckelrieder Parks, der damals noch in alter, unseliger Gewohnheit in der Nachbarschaft der Gosselpark genannt wurde, durch die Nazis nach der Machtergreifung 1933 benannt nach einem gewissen Johann Gossel, der am 14. Juni 1931 bei einer Schlägerei in der Nähe des Parks im Gartenlokal Huckelriede mit Kommunisten durch Messerstiche verletzt wurde und an deren Folgen er eine Woche später starb. Ebenso wurde das ehemals Rote Haus am Buntentorsteinweg 95 (schräg gegenüber der Schwankhalle - es war seit 1924 die Zentrale Nord-West der Kommunistischen Partei Deutschlands gewesen) in Johann-Gossel-Haus umgetauft, mit diesen Namensgebungen versuchte die SA, aus einem ihrer Parteigänger einen Märtyrer zu produzieren.


So ragten noch viele Relikte aus der erst kürzlich verlassenen und noch lange nicht in Angriff genommenen oder womöglich bewältigten NS-Vergangenheit in meine Kindheit der 50-er Jahre hinein, die ich damals naturgemäß so noch nicht wahrnahm. Meine Erinnerungen dieser Zeit sind dagegen geprägt von intensiven nachbarschaftlichen Beziehungen, sowohl unter uns Kindern, wie unter den Erwachsenen.

Buntentorsteinweg 578 - 1939 - Unsere Wohnung unten links - © Privat

In unserem Mietshaus am Buntentorsteinweg wohnten fünf Parteien, alles kinderreiche Familien, die in Wohnungen von bescheidenen knappen sechzig Quadratmetern zusammenlebten, wir Kinder schliefen zu viert in einem Zimmer mit zwei Etagenbetten. Im ganzen Haus waren wir 16 Kinder in den verschiedensten Altersgruppen. Ruhe war da nie, man hörte viel voneinander, manches, was man nicht unbedingt vernehmen wollte, aus den Wohnungen der Nachbarn. Stehende Redensart unseres Vaters: "Gut, dass wir nicht über uns wohnen." Oder wir Kinder mit nach oben gerichteten Messern und Gabeln auf den Küchentisch klopfend und in das Stockwerk über uns rufend: "Oma Schubert, fall mal runter!"


Aber wir hatten immer jemanden zum Spielen, im Haus, im Hof, zum Herumbutschern auf der Straße und umzu oder zum Streiche machen.


Die gemeinsamen Wege zur Schule am Buntentorsteinweg waren eine tagtägliche Freude und verbunden mit diversen Späßen, die man sich gönnte oder gerne anderen zufügte. So besorgte Eltern gab es damals noch nicht, dass sie ihre Kinder vor den Schultoren in ihren zu großen Limousinen absetzten. Schon, weil nur die wenigsten ein Auto besaßen.

Erste Fahrprobe auf dem ersten eigenen Fahrrad im Huckelrieder Park - 1959 - © Privat

Die gesamte Versorgung der Familien konnte noch im eigenen Viertel erledigt werden, große Supermärkte, womöglich ausserhalb der Stadt, gab es noch nicht. Und so waren auch wir Kinder eigentlich in allen Läden bekannt. Ob bei Kolonialwaren Fritz Pieper, bei dem man auch nach Feierabend und am Wochenende klingeln konnte, wenn doch noch was in der Küche fehlte. Oder der einen gerne mal in seinem Käfer mitnahm aufs Land, um beim Bauern irgendwo Richtung Harpstedt die Eier zu holen. Oder in der Drogerie Beulke auf der Spitze zwischen Kornstraße und Buntentor, wo es immer einen Bonbon, bei allerbester Laune des Betreiberehepaars auch mal einen ganzen Babbeler gab, bei Lehmkuhl (Kurzwaren), Egner und Stadelmann (Pferde- und Schweineschlachter), bei der Mosterei Rumohr, beim Schuster "Erzengel" Gabriel, im Schreib- und Spielwarenladen Nawrocki, bei Fisch Castens, Zigarren Klusmann und nicht zu vergessen die Bäckerei Hüttenrauch oder Eisenwaren Hans Schulz.


Kneipen, besser gesagt Gastwirtschaften, gab es fast eine neben der anderen: Carl Brüggemann in der Nummer 529 , von wo wir gerne für die Eltern abends gläserne Literkrüge mit frisch gezapftem Haake-Beck in einem Drahtgestell über die Straße trugen, wo sie dann zum Abendbrot oder zum gemeinsamen familiären Radiohören getrunken wurden.


Oder gegenüber Vadder Klass in der Nummer 543 mit Durchgang zur Bar, die man auch Richtung Kornstraße verlassen oder betreten konnte, und der die Nachbarschaft bis zwölf Uhr nachts und länger mit seinem Straßenverkauf mit allen möglichen Flaschenbiersorten und Spirituosen versorgte.


Zur damaligen Street-Szene gehörenaus meiner Erinnerung noch drei Protagonisten dazu: als erste „Oma Fisch“, wie wir sie nannten, die mit einem skurril anmutendem Handwagen-Gefährt den Buntentorsteinweg entlangfuhr, das Fahrwerk wohl ein alter Kinderwagen, auf ihm montiert ein braun gestrichener hölzerner Aufbau, mit aufschiebbarer Klappe zum Stauraum, in dem zwischen Eisblöcken frischer Fisch lag. Oben auf dem Aufbau eine Balancewaage mit Gewichten und eine Blechbüchse für das Wechselgeld. Und wenn die Saison war, schwang „Oma Fisch“ laut ihre Handglocke und pries unüberhörbar ihre Ware an: „Granaaaaaat! Granaaaaaat!“.

Der Borgward Modell "Goliath", wie "Vadder Mahnken" ihn fuhr - 1930 - © conim.info

Der zweite Vertreter dieser Pioniere der heute so in Mode gekommenen Food Trucks war „Vadder Mahnken“: in meiner Kindererinnerung ein uralter Mann, gebeugt, mit langer, immer von der Arbeit verschmutzten Schürze, immer freundlich. Er hatte seinen Bauernhof vorne auf der linken Seite des Arsterdamm. Und auf seinem Goliath-Dreirad – noch einem der frühen Modelle: ein Rad hinten und zwei vorne – fuhr er frische Milch aus, man lief mit der Kanne zu ihm und er goss sie mit einer speziellen Schöpfkelle voll. In seinem Angebot gab es natürlich auch frische Eier, Kartoffel und sonstiges Gemüse der Saison. Und auch er kündigte seine Präsenz immer mit einer Handglocke an, einer, wie man sie fast nur noch von den Podien von Parlamenten oder Parteitagen kennt.

Ein Pferdefuhrwerk der Fa. Eisfabrik Huxmann - Jahr unbekannt - © bremen-history.de

Der Dritte ist der Kutscher mit seinem einspännigen dunkelroten Pferdewagen der Eisfabrik Huxmann, der immer vor unserer Haustür hielt, weil er die gegenüberliegende Kneipe mit seinen großen Blöcken Stangeneis belieferte. Die schweren Quader schmiss der Fahrer über seine Schulter, die er mit einer grauen Wolldecke schützte, und trug sie in die Lokale. In den Sommermonaten holten wir für uns auch immer einen halben Block in die Wohnung und den unsere Mutter sich in die „Eiskiste“ legen ließ, einen Kühlschrank hatten wir in den fünfziger Jahren noch nicht, der kam erst später, irgendwann in den Sechzigern, ins Haus.


Und wir Kinder erbettelten uns immer am Eiswagen Splitter, die von den Blöcken absprangen, um sie abzulecken, das reinste Wasserlutschvergnügen, das uns Herr Huxmann - natürlich war er es nicht selbst, der das Eis austrug, aber er wurde von uns doch so genannt - von Herzen gönnte. Merkwürdig, ich sehe noch heute sein freundliches Gesicht vor mir.


In die Reihe der Ausgestorbenen gehört auch Adolf Hische, der Herren-Coiffeur des Kiezes. Ich fürchte, er gehörte zu denen, die auch noch in der Nachkriegszeit stolz darauf waren, diesen Vornamen zu tragen. Er pflegte mit seiner Haarschneiderei einen unbestritten radikalen Stil, die heute manchem Modefriseur zur Ehre gereichte. Wir nannten das damals „Topp-Schnitt“. Zum Abschluss der Sitzung drückte er einem mit dem Zeige- und Mittelfinger immer eine Welle in den Scheitel, verstärkt mit dem von ihm so gepriesenen „Weser-Gold“, was nichts anderes als die euphemistische Umschreibung von Wasser aus dem städtischen Wasserhahn bedeutete.


Die Besuche hatten für mich immer etwas Bedrohliches, ich mochte meinen Anblick mit den frischen geschnittenen Haaren ganz und gar nicht, nachdem ich seinen Salon verliess, an dem das damals für Friseure typische silberglänzende runde Schild hing, das anzeigte, dass geöffnet war. Ich glaube, ich hatte sogar Angst vor ihm, er war mir unheimlich. Auch heute noch gehe ich ungern zum Friseur, obwohl ich damit wohl keinem heutigen Vertreter dieser Zunft gerecht werde.


Ein wirkliches Faktotum war auch Edu Reiners, der schräg gegenüber unserer Wohnung im Souterrain des Hauses 537 Herr über eine dunkle, mit unglaublich vielen Dingen vollgestellte und vollgeräumte Werkstatt war. Er war Schlossermeister, uns Kindern erschien er uralt mit seinen weißen Stoppelhaaren und immer mit einer, aber meist kalten Zigarre zwischen den Lippen. Und immer im Blaumann unterwegs und mits einer kleinen verrosteten Werkzeugkiste. Er kam immer, wenn man ihn rief, also an seiner Tür klingelte, sofort angezockelt, wenn etwas bei uns irgendeine Installation ihren Geist aufgab, heute fiele seine Assistenz in die Rubrik 24/7-Service.


Er verfügte aber auch über eine ganz andere Aufmachung, dann wenn es auf Beerdigungen ging. Irgendwie erscheint es mir, als hätte er sein Haus häufiger in diesem Aufzug und zu diesem Anlass verlassen. Er war dann in tiefes Schwarz gekleidet, mit Weste, in der sicher auch eine Taschenuhr steckte, und trug einen hohen Zylinder. Eine Gestalt vom Anfang des Jahrhunderts.


Die Liste könnte ich noch fast endlos ausdehnen. Es gab einfach alles Notwendige für die Versorgung, und viele weitere skurrile Typen lebten, auf dem im Grunde gar nicht so großen, sondern recht kleinen so facettenreichen Huckelriede-Kiez.


Da mein Vater seine Buchhandlung im Bremer Zentrum hatte, kamen wir als Kinder dadurch oft in die Stadt („inne Ss-tadt“), andere aus der Nachbarschaft kannten den Weg weniger und deren Besuche der Innenstadt beschränkten sich auf das Allernötigste. Die Haltestelle der Linie 4 war genau vor unserer Haustür installiert - wenn mein Vater die herannahende Straßenbahn irgendwo aus der Gegend Huckelriede auf den Gleisen kreischen hörte, war er immer noch schnell genug, um aus dem Haus laufen und auf die Bahn aufspringen zu können, denn noch hatten die Bahnen an ihren Stirn- und Hinterseiten offene Perrons.

Die Freimarktsbahn - ca. 1955 - © Freunde der Bremer Straßenbahn e.V.

Einmal im Jahr konnte man mit der „Freimarktsbahn“ direkt bis zur Bürgerweide fahren. Wenn ich mich richtig erinnere, bildete den Triebwagen ein Piratenschiff , „Dat Meerwief“ (in das stieg ich immer), und die beiden Hänger waren „Aladins Wunderlampe“ und „Texas Jack“. Der Fahrer und die drei Schaffner waren jeweils entsprechend kostümiert. Entstanden waren die Wagen in Eigeninitiative einiger Straßenbahnmitarbeiter. Leider wurden die Wagen dann später verschrottet.


Ach ja, Kinos gab es natürlich auch noch, erst nur das Buli, also die Buntentor-Lichtspiele, im gleichen Gebäude, in dem heute das Schnürschuh-Theater auftritt, und später kam das riesengroße Arli dazu, eben die Arsterdamm-Lichtspiele, da wo damals die Linie 4 endete, lange bevor die Strecke nach Kattenturm erschlossen wurde. Da gab es all die Klassiker der 50er Jahre, Heinz Rühmann, die Sissi-Filme, Stan & Laurel, also Dick & Doof, und natürlich vorher jedes Mal Fox Tönende Wochenschau und vor dem Hauptfilm ging das Licht noch einmal an und es gab aus dem Bauchladen der Platzanweiserin Langnese-Eiskrem-Konfekt.


Aufregungen gab es auch hin und wieder, an einen Zwischenfall erinnere ich mich noch gut: Am Morgen des 7. Januar 1963 wachten wir auf und der Platz vor unserem Haus stand voll mit Polizeiwagen und die Gegend wimmelte von Polizisten und Suchhunden. Alles lag im grellen Scheinwerferleicht. Zur Straßenbahnhaltestelle, damals dann schon weiter Richtung Arsterdamm verlegt, an die Ecke Huckelriede, mussten wir für unseren Schulweg und mein Vater in seine Buchhandlung durch den dunklen Huckelrieder Park nehmen, auch da alles voll mit Polizisten.

Weser-Kurier vom 8. Januar 1963

Was war passiert? In der Nacht war ein Reparaturtrupp der Stadtwerke eingetroffen, um einen Wasserrohrbruch an der Ecke der Kornstraße zu reparieren, und einer der Monteure wurde mit einer Kugel aus einem Kleinkalibergewehr erschossen. Für die Nachbarschaft war sofort klar und ebenso bald auch für die polizeilichen Ermittler, dass nur einer dafür in Frage kam. Ein allen als gewalttätitg und waffenversessen bekannter Gastwirtssohn, der aus dem Dachfenster eines der umliegenden Häuser, betrunken auf den hellen Schweinwerfer an der Baustelle hat zielen wollen, dabei dann aber den Monteur tödlich getroffen hatte.


Ein paar Jahre später - im August 1988 - spielte sich nur ganz wenige hundert Meter weiter eine andere kriminelle aufsehenerregende Tat ab, der erste Akt der Entführung des Busses der Linie 51 im Zuge des Gladbecker Geiseldramas, in dessen Folge drei Menschen sterben mussten. Damals wohnte ich aber schon lange nicht mehr in "meinem" Huckelriede, sondern schon in Spanien, wo ich eines Mittags im Fernseher der Dorfkneipe unseres Urlaubsortes in der Nähe von Figueres Bilder von der Haltestelle in Huckelriede sah...

Hochwasser März 1981 - Bruch der Deichbrücke Höhe Deichschart - © G. Friedrich/Wikimedia

Im Sommer konnten wir nur selten im Werdersee baden, erstens hieß er noch nicht so, er wurde Flutrinne genannt, aber die war meistens ausgetrocknet, voll mit Schlamm, in dem es von Wollhandkrabben nur so wimmelte. Erst in den 60er Jahren wurde der Damm weggerissen, der schräg von der Roland-Klinik in Richtung Kuhhirten die Rinne durchschnitt, von oben schuf man einen Wasserlauf von der Oberweser, so dass es tatsächlich der Werdersee wurde, der aber nur bis zum Deichschart reichte.


Erst in der Folge des großen Weserhochwassers im März 1981, das alles weggeschwemmt hatte, öffnete man den Werdersee Richtung Nordosten und Südwesten, bis der heutige grosse See und Stromlauf entstanden.

Die ganze Familie auf der Parzelle, mit "Tante Doktor" und Onkel Rudolf - 1954 - © Privat

Über die Flutrinne gingen auch unsere kleinen Fahrradtouren Richtung unserer Parzelle, die auf dem Stadtwerder lag, im Kleinen Marienweg. Die dortigen Obst- und Gemüseerträge stellten eine wichtige Ergänzung der häuslichen Lebensmittelversorgung da. Die Birnen aus dem immer weiter in die Höhe wachsenden Birnbaums waren so gar nicht zu geniessen. Sie wurden eingemacht, Unmengen von Weck-Gläsern füllten sie. Die Holzregale im Keller standen voll mit ihnen, im Frühjahr war man froh, dass die Birnen endlich zu Ende gingen, und dann gab es schon bald die ersten Erdbeeren aus dem Garten, bis im folgenden Herbst wieder die neue Ernte- und Einmachzeit der Birnen anstand. Im gleichen Keller lagerten auch die Kohlen und Briketts für den ganzen Winter, denn man heizte zwar zentral in der Wohnung von der Küche aus, aber eben mit Kohlen, und wehe wenn der Schornsteinfeger zweimal im Jahr kam, dann war die gesamte Küche pechschwarz.


Und gewaschen wurde bis in die sechziger Jahre hinein unten in der Waschküche, ganze Tage gingen dabei drauf, in einem Riesenkessel wurde das Wasser erhitzt, in einer steinernen Riesenwanne gespült, ausgewrungen wurde mit den Händen oder einer Trockenpresse mit Handkurbel. Was muss unsere Mutter glücklich gewesen sein, als endlich irgendwann ein Bauknecht-Vollwaschautomat in der Küche stand. Den hatte sie zu Weihnachten bekommen. Ja, so war das damals...

Täuscht die Erinnerung? Es gab mehr Schnee, oder? - 1959 - © Privat

Die Kindheitserinnerungen gaukeln wohl jedem vor, dass in den Wintern von Anfang bis Ende immer Schnee gelegen hat, man also eigentlich jeden Tag Schlitten oder Schlittschuh gefahren ist. Gestaltete sich wohl etwas anders, aber dennoch tauchen lange winterliche Nachmittage im Gedächtnis auf, an denen wir bis in die Abenddämmerung hinein den „Berg“ im Huckelrieder Park oder die Hänge am Werdersee heruntergerast sind und uns dann mit rotgefärbten Backen zu Hause wieder aufwärmten.


Irgendwann begann es dann - wann genau? Vielleicht gegen Ende der 60er Jahre? - dass die ersten Läden im Kiez schließen mussten, oftmals, weil es keine natürlichen Nachfolger oder ausreichende Motivation in den Familien gab, die Geschäfte weiterzuführen, aber vor allem, weil an anderen Orten der Stadt größere Selbstbedienungsmärkte aus der Erde gestampft wurden, die Bewohner mobiler wurden, sich damit die Einkaufsgewohnheiten veränderten, die alten Bewohner auch langsam begannen, wegzusterben, die Kinder weggezogen waren, in andere Städte, in andere Viertel, jedenfalls verarmte das nachbarschaftliche Miteinander immer mehr.


Später, als auch ich in Ende der 60er Jahre hinüber ins „Viertel“, später sogar noch viel weiter weg nach Barcelona gezogen war, und ich meine Eltern dort am Buntentor sporadisch besuchte, wo sie bis ganz kurz vor ihrem Tod immer wohnen geblieben waren, erschien mir die alte damals immer so lebendige und kommunikative Umgebung jedes Mal lebloser und ein wenig grauer. Ich glaube, heute ist dort aber wieder ein neues nachbarschaftliches Leben eingekehrt, was mir so scheint, wenn ich mal – selten zwar – zurückkehre an „meinen“ Buntentor.

Der Kiez heute - © Google Maps

 

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